AWO Wiesbaden weist Vorwürfe zurück

Am 18.09.19  ist im Wiesbadener Kurier ein Artikel von Frau Birgit Emnet erschienen, der zahlreiche Unrichtigkeiten und  unseres Erachtens wertende Fehlinterpretationen beinhaltet. Der Vorstand der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Wiesbaden e.V. nimmt hierzu, wie folgt, Stellung:

Die inkriminierten „Doppelfunktionen“ von Hannelore und Jürgen Richter stellen weder einen Rechtsverstoß, noch eine Compliance-Verletzung dar. Diese Funktionen bestehen seit über dreißig Jahren und haben bislang keinerlei Beanstandungen erfahren. Dass sich AWO-Menschen auch in anderen Kreisverbänden engagieren, ist eben keine Schande, sondern erwünscht. Hannelore Richter und ihr Mann sind seit Falkenzeiten zusammen und sind parallele politische und berufliche Wege gegangen. Die beiden Kreisverbände kooperieren seit 1923. Jürgen Richter ist auch nicht der einzige Kontrolleur seiner Frau, sondern Teil eines Kollegialgremiums. 

Als stellvertretender Kreisvorsitzender hat er nachweislich niemals an Entscheidungen, die das Arbeitsverhältnis seiner Frau betreffen, mitgewirkt. Er hat auch in keinem Fall Schecks oder Zahlungsanweisungen mit seiner Frau gemeinsam unterschrieben. Hannelore Richter war, neben ihrer Tätigkeit in Wiesbaden, seit 25 Jahren auch für Frankfurt tätig. Regelhaft wurde dieser Einsatz an Wiesbaden erstattet. Ihre Tätigkeit wurde in Frankfurt immer hoch geschätzt und seinerzeit vom Frankfurter Vorsitzenden Erich Nitzling angeregt. Als Geschäftsführer des AWO Kreisverbandes Frankfurt und der Johanna Kirchner-Stiftung hat Jürgen Richter in keinem Fall Zahlungen an seine Frau veranlasst, sondern lediglich Erstattungsrechnungen auf das Konto des Kreisverbandes Wiesbaden. Die Vergütung von Hannelore Richter kann kein Gegenstand einer öffentlichen Diskussion sein. Sie bewegt sich im Kontext der rechtlichen und steuerlichen Vorgaben.

Es gab und gibt auch keinerlei „undurchsichtige Geschäfte zum gegenseitigen Nutzen.“ Ein gegenseitiger Nutzen besteht nur in der Schaffung von Synergieeffekten im Interesse der Arbeiterwohlfahrt. Gemeinsame fachliche und personelle  Kooperation hat in vielen Fällen auch positive wirtschaftliche Auswirkungen für die beiden Kreisverbände.

Zur Israelreise (für uns organisiert von der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland/ Benny Bloch) gab es schon 2016 einen anonymen Brief an die FAZ. Nachdem die AWO Frankfurt dem Redakteur die Unterlagen gesendet hatte, fand er darin nichts Berichtenswertes. Es war nachweislich eine Fachreise zum Thema Cannabis in der Medizin und Altenpflege, zusätzlich mit Besuchen in Flüchtlings-, Jugend- und Behinderteneinrichtungen. Die Teilnahmegebühren für die drei Wiesbadener Teilnehmer wurden dem KV Frankfurt vom Kreisverband Wiesbaden erstattet. Das Hotel ist ein Mittelklassehotel, das auch von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der ZWSt wiederholt genutzt wurde und wird. Wir bereiten, nachdem sich die Rechtslage auch in Deutschland geändert hat, ein Cannabis-Projekt in unseren Alteneinrichtungen vor.  Ebenfalls auf dieser Reise wurde ein fortdauernder Kontakt zur Behindertenorganisation Shekel geknüpft. Eine weitere Kooperation findet statt. Sehr instruktiv waren auch Besuche in Einrichtungen für Flüchtlinge und Jugendeinrichtungen, die modellhaft und vorbildlich arbeiten. Diese Reise hatte also einen rein fachlichen Charakter, was auch durch die inhaltliche Ausgestaltung der Reise durch die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland deutlich wird.

Die Tatsache, dass RA Panagiotis Triantafillidis nicht mehr als Revisor und Compliance Officer antreten wird, hängt nicht mit irgendwelchen „Turbulenzen“ zusammen. Panagiotis Triantafillidis steht wegen verstärkter beruflicher Inanspruchnahme nicht mehr zur Verfügung.

Die Erwähnung der anonymen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt hat nichts mit der Arbeiterwohlfahrt in Wiesbaden zu tun.

Wir bedauern es sehr, dass die bekanntermaßen hervorragende Arbeit unseres Verbandes sowie unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die laufende Kampagne diskreditiert werden soll.

Der Vorstand hat auf seiner Sitzung am 18.09.19 sowohl der Geschäftsführerin Hannelore Richter, als auch dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Dr. Jürgen Richter einstimmig das Vertrauen ausgesprochen.

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