Kämpfer gegen den Faschismus

„Die Nazis haben meinen Mann aufgrund seiner gewerkschaftlichen und politischen Tätigkeit und Überzeugung verhaftet, ein Gerichtsurteil ist nie ergangen. Er war ein bekannter, geachteter und aktiver Gewerkschafter und Politiker“: Mit diesen Worten brachte Betty Arndt einst das Schicksal ihres im November 1940 unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommenen Ehemannes Konrad Arndt auf den Punkt. Das Wirken Konrad Arndts – Wiesbadener Gewerkschafter und Sozialdemokrat –, der gegen den Faschismus kämpfte, wird von der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Wiesbaden (AWO) mit der Namensgebung ihrer Altenwohnanlage in der Meißener Straße in Bierstadt nachdrücklich gewürdigt. „Konrad-Arndt“ heißt nun die 103 Wohnungen umfassende Anlage, die von der AWO im Januar 2008 von der Gemeinnützigen Wiesbadener Wohnbaugesellschaft (GWW) übernommen wurde. Im Rahmen der feierlichen Namensgebung zollten Wolfgang Stasche, Vorsitzender des AWO-Kreisverbandes Wiesbaden, und AWO-Geschäftsführerin Hannelore Richter dem kämpferischen Gewerkschafter und Sozialdemokraten Respekt. Konrad Arndt, Sekretär des Ortsausschusses des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, Führer der „Eisernen Front“ und des Reichsbanners Schwarz Rot Gold in Wiesbaden, musste sich den Pressionen der Nazis beugen und schied im Juni 1933 aus seinem Amt beim Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund. Weder die wiederholten Verhaftungen noch der Aufenthalt im Konzentrationslager Esterwegen hatten den Vater zweier Söhne in seiner kompromisslosen antinazistischen Haltung beirren können: So weigerte er sich hartnäckig, bei Aufmärschen und Kundgebungen die Nazi-Fahnen zu grüßen.

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