Die Ideen gehen ihr nicht aus

Quelle: Wiesbadener Tagblatt

Die Ideen gehen ihr nicht aus –

Blumenstrauß für Hannelore Richter/25 Jahre bei Arbeiterwohlfahrt

Seit über 25 Jahren engagiert sich Hannelore Richter bei der Arbeiterwohlfahrt.
Dafür erhält sie nun den Tagblatt-Blumenstrauß.

Als Gerd Panek rief, war Hannelore Richter da. Sie war damals gerade 23, als die Arbeiterwohlfahrt eine Pflegedienstleiterin für das Robert-Krekel-Haus suchte. Sie folgte dem Ruf des Vorsitzenden und ist dem Haus seitdem treu geblieben. „Natürlich hat es mich gereizt, bei einem Arbeitgeber beschäftigt zu sein, der meine Grundwerte in seinem Programm stehen hat“, erinnert sich Hannelore Richter. „Dieses Glück hat nicht jeder“, fügt sie heute, um 25 Jahre Berufserfahrung reicher, hinzu. „Wenn ich mich irgendwo politisch äußere, muss ich nicht erst meinen Arbeitgeber fragen“, weiß sie die Freiheit zu schätzen.

Doch wie kam die Tochter aus eher bürgerlich-konservativem Elternhaus zum damals betont SPD-nahen Wohlfahrtsverband? Engagement war für sie seit Schulzeiten selbstverständlich. Sie war Schulsprecherin an der Leibnizschule, später auch Stadtschulsprecherin. Dann lernte sie die „Falken“, eine sozialistische Jugendbewegung kennen, und trat ihnen bei. „Als ich zu den Falken ging, protestierten meine Eltern dagegen“, erzählt sie. Doch das hat sie von ihrem Weg nicht abgebracht.

Früher war es noch üblich, dass sich die SPD darum gekümmert hat, die Ortsvereine der Schwesterorganisation zu beleben. „Heute sind wir in den Augen der SPD ein Wohlfahrtsverband wie jeder andere“, bedauert sie, denn natürlich sieht sie das anders. Denn so kam auch SPD-Mitglied Hannelore Richter seinerzeit zur Untergliederung Wiesbaden-Nordost und übernahm 1982 Vorstandsarbeiten. Es ging vor allem um Seniorenarbeit, Kaffee-Nachmittage und Vorlese-Veranstaltungen. „Dann haben wir gemerkt, dass wir etwas für alle Altersgruppen anbieten müssen“, erinnert sie sich, wobei die AWO schon immer eine Organisation für die Älteren gewesen sei, wie sie einräumt. „Es war immer möglich, Ideen einzubringen und umzusetzen, wenn sie finanzierbar waren“, resümiert Hannelore Richter, die in der AWO Karriere gemacht hat.

Schon 1986 wurde die examinierte Altenpflegerin und Sozialbetriebswirtin Leiterin des Robert-Krekel-Hauses. Nachdem sie bereits 1992 zur stellvertretenden Geschäftsführerin des Kreisverbandes ernannt wurde, folgte sie 1999 Lothar Körner als Geschäftsführerin. 300 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt die Arbeiterwohlfahrt in Wiesbaden, hinzu kommen 2000 Mitglieder in 13 Ortsvereinen, in denen ehrenamtliche Vorstandsarbeit geleistet wird. Nach wie vor tritt sie in der internen Lohnpolitik für Tariftreue ein. „80 Prozent der Ideen konnte ich gemeinsam mit den anderen Mitarbeitern umsetzen“, zieht Richter Bilanz. Im Mai wird sie 50 und hat also noch einiges vor.

„Es wäre schlimm, wenn mir nichts mehr einfallen würde“, lacht sie. Demnächst wird etwa in Bierstadt ein neues Pflegehaus gebaut. Hinter dem frisch benannten „Konrad-Arndt-Haus“ wird ein Pflegezentrum mit 120 Plätzen in Zusammenarbeit mit der Stadt entstehen. „Eines der nächsten Projekt könnte sein, dass wir auf dem Gelände des Anny-Lang-Hauses etwas Neues initiieren“, überlegt sie laut. Denn die Gebäude aus den 1960er Jahren haben nicht mehr viel mit den heutigen Anforderungen an ein modernes Tagungszentrum mit Hotelbetrieb gemein.

Natürlich findet alles in enger Absprache mit dem Vorstand statt, der gute Kontakt zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen ist unerlässlich in einem Verband wie der Arbeiterwohlfahrt. Bei ihrer Arbeit wird Hannelore Richter von einem zehnköpfigen Verwaltungsteam unterstützt. „Heute braucht man Fachleute für alles, um mit den Partnern auf Augenhöhe verhandeln zu können“, betont sie. Denn die AWO ist schließlich auch Fachverband und Lobby, wenn es darum geht, in der Sozialgesetzgebung ein Wörtchen mitzureden. „Und wir müssen immer wieder im politischen Rahmen um Projekte kämpfen“, sagt sie. Da sind gute Kontakte zu Sozialministern und Abgeordneten wichtig.

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