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Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Wiesbaden e.V.

Hannelore Richter erzählt von ihrem Engagement in der Wiesbadener Arbeiterwohlfahrt

Foto: Volker Watschounek


Von Katharina Schuster

WIESBADEN – Hannelore Richter ist zu Gast im Erzählcafé der Volkshochschule Wiesbaden (vhs). Das Motto der Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) spricht Bände: „Wir können nicht die ganze Welt retten, doch wenn ein jeder in seinem Umfeld zwei oder drei Menschen helfen würde, wäre die Welt ein besserer Platz.“

Im Bistro Restaurant „Leib und Seele“ in der Willy-Brandt-Allee trifft man sich gemütlich zu Kaffee und Tee. Souverän moderiert Heinz Porten, zuständig für den Programmbereich Gesellschaft und Alltag in der „vhs“ Wiesbaden, durch den Nachmittag. Denn etwa 35 Gäste wollen mehr aus dem Leben der engagierten Powerfrau erfahren.

Wenn die gebürtige Wiesbadenerin von ihrem sozialen Engagement bei der Gewerkschaft Verdi, der SPD, in der jüdischen Gemeinde oder dem Bund der Antifaschisten erzählt und sie zurückblickt auf 35 Jahre hauptberufliche Arbeit in der AWO, dann wird klar, diese Frau hält unermüdlich an ihren Träumen und Zielen fest. „Ich bin dankbar, dass mir im Verband die Chance gegeben wurde, mitzugestalten und zu verändern“, sagt Richter. Vor allem liegen ihr positive Veränderungen im Bereich der Pflege am Herzen. Ein wichtiges Anliegen sei es, die Bedürfnisse der Menschen zu erkennen und danach zu handeln. Der Herausforderung des Pflegenotstands will sie mit wohnlichen Verbesserungen für alte Menschen und besser ausgebildetem Personal begegnen. Bei allem Einsatz macht Richter den Anwesenden klar: „Das schönste Haus mit der schönsten Einrichtung und dem besten Pflegepersonal, kann das eigene Heim nicht ersetzen.“ Ihr Vorschlag: „Bleiben Sie zu Hause, solange es geht und ganz wichtig, spannen Sie Ihre Angehörigen nicht 24 Stunden ein.“

Dem neuen Koalitionsvertrag begegnet sie kritisch. „Der Flächentarifvertrag muss mit richtigen Inhalten gefüllt werden, zum Beispiel mit einer 38,5 Stunden-Woche statt 42 Stunden“, betont sie. Es ginge um Wertschätzung des Berufs und der Kunden und eine bessere Ausbildung für das Pflegepersonal: „Ein bisschen mehr Lohn löst nicht das Problem.“

An dieser Stelle sei es ihr wichtig, dass jeder Einfluss nehmen könne, sei es über die Politik oder die Presse. „Mein Appell an alle ist es, in seinem Bereich, das zu tun, was man kann und seine Meinung nicht hinter dem Berg zu halten“, macht Richter klar, „ich rate jedem, sich nach seinen Kräften politisch zu engagieren und nach seinen Möglichkeiten zu helfen.“

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