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Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Wiesbaden e.V.

Awo-Kreisverandsvorsitzener Stasche kritisiert beim Awo-Familienfest in Wiesbaden die geringe Bezahlung von Pflegekräften

Quelle: Wiesbadener Kurier
Von Angelika Eder


WIESBADEN – „Bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) haben wir im Gegensatz zu anderen nach wie vor die 38,5-Stunden-Woche und bezahlen die Pflegekräfte nach Tarif. Aber das ist immer noch nicht genug angesichts der schweren Arbeit, die sie leisten. Die Politik muss dafür sorgen, dass wir mehr Geld von den Pflegekassen bekommen, um die Leute angemessen bezahlen zu können!“ Der Vorsitzende des AWO-Kreisverbands Wiesbaden, Wolfgang Stasche, ließ es sich am Tag der Arbeit nicht nehmen, während des Fests im Altenhilfezentrum Konrad-Arndt auf die nach wie vor mangelnde gesellschaftliche Wertschätzung jener Berufsgruppen hinzuweisen, die unter anderem in der genannten AWO-Einrichtung mit 80 Altenpflege- und 40 Wachkoma-Plätzen tätig sind.

Beim „traditionellen AWO-Familienfest am 1. Mai“, mit dem gleichzeitig das fünfjährige Bestehen des Zentrums in der Meißener Straße gefeiert wurde, begrüßte er neben Mitarbeitern, Besuchern aus der Nachbarschaft und zahlreichen Stadtpolitikern besonders herzlich ein „Urgestein der AWO“, Hermann Schiel. Der 85-Jährige war 32 Jahre lang Vorsitzender des AWO-Ortsvereins Bierstadt-Erbenheim und hatte es sich nicht nehmen lassen, trotz des scheußlichen Wetters im Zelt mitzufeiern.

Bei Temperaturen von acht Grad und Regen blieben die Bewohner im Zentrum, wo Charly Nägler sie mit Musik und Gesang unterhielt. Auf dem Außengelände heizte „VIP“ den Gästen mit Livemusik ein, während mit Kaffee und Kuchen, Bratwurst oder Pizza aus dem Catering-Bus der Frauensteiner „Rose“ für das leibliche Wohl gesorgt wurde.

Erinnerung an den Namensgeber

Für die „geistige Nahrung“ sorgte Geschäftsführerin Hannelore Richter in ihrer Ansprache. Sie rief den Namensgeber des Zentrums, Konrad Arndt, in Erinnerung: Der Gewerkschaftler, Kommunalpolitiker und Widerstandskämpfer „ließ nicht sein Leben, er wurde ermordet“. Indem die AWO Einrichtungen nach verdienten Persönlichkeiten benenne, so Richter, pflege sie die Erinnerungskultur wider das Vergessen. Und exakt das sei „in unseren Zeiten mehr denn je gefordert“, denn wenn man heute etwa eine Umfrage zur Weimarer Republik durchführe, werde man mit erschreckendem Nichtwissen konfrontiert.

Mindestens ebenso erschrecke die Tatsache, dass Deutschland umgeben sei von Ländern, „in denen Verrückte über 25 Prozent bekommen“, so Richter. Wie die Menschenrechte vielfach mit Füßen getreten würden, zeige sich beispielsweise im Umgang mit Sinti und Roma unter dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Bei derartigen Entwicklungen dürfe man nicht schweigend zusehen, sondern habe vielmehr die Verpflichtung, für seine Meinung einzustehen: „Haltung zeigen! Im Bus, in der Bahn, im Lokal…“.